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Neue Prüfungsordnung Schwimmen ab 1.1.20

BSG-Institut
Veröffentlicht von in Allgemein · 10 Dezember 2019
Tags: Schwimmausbildung

Ab dem 1. Januar 2020 gibt es neue Regeln zur Abnahme von Schwimmprüfungen. Diese sind, das ist unter der Adresse des DSV nachzulesen, mit der Kultusministerkonferenz der Länder KMK-SPORT abgestimmt.
 
Der Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung hat diese Änderungen erarbeitet. Alle im Verband zusammengeschlossenen Organisationen, somit auch der BDS, waren also am Neuentwurf beteiligt.
 
Die Prüfungsordnung (PO) hat ab 1.1.20 Gültigkeit. Allerdings können alte Ausweise noch bis zum 31.12.2020 benutzt werden.
 
Die wichtigsten neuen Bedingungen haben wir unten aufgeführt. Neben diesen, zum Teil weitreichenden, Änderungen ist das DSA, wie es bisher bekannt war, quasi weggefallen. Es ist im DJSA aufgegangen, welches nun den Namen DSA trägt.
 
Erweitert wurde auch die Definition des sicheren Schwimmens. Ein sicherer Schwimmer ist ab dem 1.1.20 nach Definition der PO, wer folgendes kann:
 
  • 15 Minuten ohne Halt und ohne Hilfen im tiefen Wasser schwimmen können und dabei mindestens 200 m zurücklegen.
  • In Bauch- und Rückenlage schwimmen zu können.
  • Mindestens Paketsprung und Sprung kopfwärts beherrschen.
  • Sich unter Wasser orientieren können.
 
Auch bei den Schwimmprüfungen hat sich einiges getan.

Seepferdchen
 
  • Sprung vom Beckenrand mit anschließendem 25 m Schwimmen in einer Schwimmart in Bauch- oder Rückenlage (Grobform, während des Schwimmens in Bauchlage erkennbar ins Wasser ausatmen)
  • Heraufholen eines Gegenstandes mit den Händen aus schultertiefem Wasser (Schultertiefe bezogen auf den Prüfling)
  • Kenntnis von Baderegeln
 
 
Deutsches Schwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer)
 
  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 15 Minuten Schwimmen. In dieser Zeit sind mindestens 200 m zurückzulegen, davon 150 m in Bauch oder Rückenlage in einer erkennbaren Schwimmart und 50 m in der anderen Körperlage (Wechsel der Körperlage während des Schwimmens auf der Schwimmbahn ohne Festhalten)
  • einmal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen eines Gegenstandes (z.B. kleiner Tauchring)
  • Ein Paketsprung vom Startblock oder 1 m-Brett
  • Baderegeln
 
 
Deutsches Schwimmabzeichen Silber
 
  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 20 Minuten Schwimmen. In die­ser Zeit sind mindestens 400 m zurückzulegen, davon 300 m in Bauch oder Rückenlage in einer erkennbaren Schwimmart und 100 m in der anderen Körperlage (Wechsel der Körperlage während des Schwimmens auf der Schwimmbahn ohne Festhalten)
  • zweimal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen je eines Gegenstandes (z.B. kleiner Tauchring)
  • 10 m Streckentauchen mit Abstoßen vom Beckenrand im Wasser
  • Ein Sprung aus 3 m Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus 1 m Höhe
  • Badregeln
  • Verhalten zur Selbstrettung (z. B. Verhalten bei Erschöpfung, Lösen von Krämpfen)
 
 
Deutsches Schwimmabzeichen Gold
 
  • Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 30 Minuten Schwimmen. In dieser Zeit sind mindestens 800 m zurückzulegen, davon 650 m in Bauch oder Rückenlage in einer erkennbaren Schwimmart und 150 m in der anderen Körperlage (Wechsel der Körperlage während des Schwimmens auf der Schwimmbahn ohne Festhalten).
  • Startsprung und 25 m Kraulschwimmen
  • Startsprung und 50 m Brustschwimmen in höchstens 1:15 Minuten
  • 50 m Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder Rückenkraulschwimmen
  • 10 m Streckentauchen aus der Schwimmlage (ohne Abstoßen vom Be­ckenrand)
  • dreimal ca. 2 m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen je eines Gegenstandes (z.B. kleiner Tauchring) innerhalb von 3 Minuten
  • Ein Sprung aus 3 m Höhe oder 2 verschiedene Sprünge aus 1 m Höhe
  • 50 m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen
  • Baderegeln
  • Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbstrettung, einfache Fremdrettung)

Die gesamte PO kann beim DSV unter dem Link:
http://www.dsv.de/fileadmin/dsv/images/fitness_und_gesundheit/Schwimmabzeichen/DPO_Schwimmen_DSV_2020.pdf?fbclid=IwAR32_AZRj4y0zyJjsfbvThQCaKq9wSBoksUwY4EOFzRa6PMRnbzRXBau69o heruntergeladen werden. Darüber hinaus steht sie für Mitglieder der DLRG mit entsprechendem Zugang im ISC zur Verfügung. Die PO in der DLRG Fassung kann auch über die Seiten des BFS unter der Adresse: https://bfs.dlrg.de/schwimmabzeichen/ angeschaut und heruntergeladen werden.
 


16 Kommentare
Durchschnittliche Bewertung: 1163.5/5
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Barbara
2020-07-06 14:14:43
Auch ich finde die Verschärfung der Bedingungen für Kinder, die Bronzeabzeichen machen wollen, nicht gut. Auch ich habe mit meinem Enkel für das Abzeichen nach alten Bedingungen geübt und bin jetzt davon überrascht worden, dass es neue gibt. Das war unserem DLRG nicht bekannt, denn es hingen immer noch die alten Regeln aus. Auch ich finde, dass für ein Kind das Rückenschwimmen und dann auch noch im Wettkampfstil zu schwer ist. Die meisten Kinder kommen ja kaum regelmäßig ins Schwimmbad oder die Schwimmhalle um überhaupt üben zu können, da die Preise in den Schwimmhallen für viele Familien zu teuer ist und viele können sich den professionellen Schwimmkurs nicht leisten.
Die Motavation meines Enkels ist dahin, er wird kein Schwimmabzeichen mehr machen, zumal auch noch die DLRG Schwimmlehrerin, die das Abzeichen abnehmen sollte, auch nicht mit Kindern umgehen konnte, es war fürchterlich. So werden bestimmt nicht mehr viele Kinder das Schwimmabzeichen machen, das ist sehr schade!
Svenja
2020-03-02 16:16:43
Bin wohl naiv an das Schwimmabzeichen Bronze rangegangen, hatte noch die letzte Prüfungsordnung vom Seepferdchen hier liegen und uns damit vorbereitet. Mein Sohn wollte heute das Abzeichen machen und mit Erstaunen mussten wir feststellen, daß das Jugendschwimmabzeichen in der Versenkung verschwunden ist und mein 7jähriger Sohn neben dem Brustschwimmen auch noch Rückenschwimmen auf Zeit zeigen soll. Ich bin mit Sichrheit kein leistungsorientiertes Muttertier, aber wir möchten, daß unsere Kinder sicher schwimmen können und mit dem Bronzeabzeichen hatten wir eine gute Motivationhilfe. Es hätte doch gereicht im Silberabzeichen die zusätzliche Schwimmtechnik aufzunehmen. Schade, in meinen Augen eine verpasste Chance Kinder für sicheres Schwimmen und Kenntnisse der Baderegeln zu motivieren....und so typisch deutsch, alles immer wieder neu zu reglementieren und Bewährtes zu verdammen.
Sibylle Eckhardt
2020-02-14 22:04:33
Ich bin selbst Trainer und Ausbilder und mache meinen Job schon immer so, wie es jetzt endlich gefordert wird. Kinder die nicht mit dem Kopf unter Wasser gehen, werden keine guten Schwimmer. 2 Stilarten sind bei Erschöpfung und zum sicheren Umgang mit Wasser unumgänglich. Ich hätte die Altersbeschränkung bei gold nicht raus genommen. Denn zum Schieben und Ziehen braucht es eine geistige Reife zumal bei mir die Kinder dann auch etwas über Gefahren mit Eis, Meer und Flüssen lernen.
lars
2020-02-14 07:25:31
Mein Sohn (6) ist einer der Ersten, der in den Genuss der neuen Verordnung kommt. In seinem Schwimmkurs Bronze sind 10 Kinder im Alter zwischen 6 und 8 Jahre. Jetzt zur Kurs-Halbzeit, haben die Schwimmlehrer uns mitgeteilt, das kein Kind diesen Schwimmkurs bestehen kann/wird.
Gut, der Schwimmkurs wird bei meinem Sohn das Schwimmen deutlich verbessern, aber ist das Sinn dabei, wenn es kein Kind mehr schafft, die Prüfung zu bestehen ? Da wundert es ja auch nicht, wenn es heißt, die Kinder können nicht mehr schwimmen - reine Definitionsfrage oder überhöhtes Anspruchsdenken.
Birgit Horn
2020-02-13 08:07:40
@ Sandra,
ich bin ÜL u. A. für Kinderschwimmkurse. Ich finde die neuen Kriterien gut, denn sie würden zeigen, dass die Kinder sich "SICHER" auf dem Wasser bewegen, wenn sie zwei Schwimmarten können. Den Druck bauen die Eltern auf, wenn sie womöglich noch am Beckenrand sitzen und zusehen, wie die Kinder lernen. Das ist kontraproduktiv. Die Kinder wollen dann natürlich den Eltern imponieren. Warum gehen so wenig Eltern mit ihren Kindern ins Schwimmbad? Warum müssen wir Übungsleiter den Kindern erst einmal das Wasser näher bringen und den Kindern beibringen, dass es nicht schlimm ist, Wasser ins Gesicht zu bekommen. Wenn wir erst mit der Wassergewöhnung bei den Kindern beginnen müssen, braucht man bei Kursen, die 1x wöchentlich stattfinden, ca. 1 Jahr bis die Kinder vernünftig den Brustbeinschlag und Armzug können. Zur Motivation kann ich nur mitteilen, dass es auf den ÜL ankommt, wie er die Kinder motiviert. Ich habe z. B. Spiele, für Seepferdchen, Bronze, Silber und Gold. Ich spiele mit den Kindern und die merken nicht, dass sie gerade ihr Abzeichen machen.
Es stimmt, dass die Kinder in der Schule einem enormen Druck ausgesetzt sind. Aber hatten wir den nicht auch?
Schwimmen ist ein Freizeitausgleich für diejenigen, die gerne schwimmen gehen, für die anderen Kinder sollte das Schwimmen vor allen anderen Sportarten an erster Stelle stehen, bis diese Kinder sicher im Wasser sind, denn mein Leitspruch: Ich habe noch nie gehört, dass jemand beim Fußball spielen ertrunken ist.
Aus den Kindern muss weder eine Franziska van Almsick noch ein Christian Keller hervorgehen, und solange man mit Schwimmen kein Geld verdienen kann, ist die Schule wichtiger, aber wenn mein Kind in einen Fluss fällt, war mein Ziel, dass er sicher ans rettende Ufer schwimmen kann und genau das lernt man beim Bronzeabzeichen.
Sandra
2020-02-10 09:02:51
Hallo!
Ich finde die Verschärfung bei den Schwimmabzeichen sehr kontraproduktiv. Es ist doch jetzt schon offensichtlich, dass es immer weniger Kinder gibt, die überhaupt schwimmen können. Wenn man die Kriterien dann zusätzlich verschärft, wird es für die Kinder noch schwieriger, sie zu erfüllen und die Motivation wird deutlich abnehmen. Warum macht man es den Kindern schwerer als nötig? Natürlich müssen die Schwierigkeitsgrade mit jedem höheren Abzeichen zunehmen. Aber wenn man das Alter der Kinder berücksichtigt, sind die Verschärfungen der Kriterien völlig übertrieben. Es ist jetzt schon abzusehen, dass die erfolgreich abgelegten Prüfungen drastisch zurück gehen werden und die Kinder aufgrund mangelnder Motivation sicherlich kapitulieren ohne das Ziel erreicht zu haben.
Haben die Kinder in der heutigen Gesellschaft nicht genug Druck und hohe Erwartungen, die sie erfüllen müssen? Muss dies jetzt auch im Freizeitbereich immer höher gedrillt werden? Meiner Meinung war das Schwimmen bisher eine Freizeitbeschäftigung bzw. ein Hobby, was Spaß machen sollte. Doch mit den neuen Kriterien wird dieser Ausgleich zur Schule und dem Alltagsstress wohl nicht mehr in dem Maße möglich sein, wie es sein sollte. Wirklich schade...
Heiko Reckert
2020-01-21 08:56:09
@ Lasse: Inhaltliche Fragen zur Prüfungsordnung und Fragen zu missverständlichen oder unklaren Formulierungen der Prüfungsordnung sollten beim BFS gestellt werden. Das BSG-Institut war nicht an der Erarbeitung der Prüfungsordnung beteiligt, obwohl es schon Beschwerden an unsere Adresse deswegen gab. Dies habe ich auch nochmals in diesem Blogbeitrag ausgeführt: http://www.bsg-institut.de/blog/index.php?id=00000001B
Lasse
2020-01-20 17:08:46
Hallo,
kann mir noch jemand sagen, was mit den zwei verschiedenen Sprüngeaus 1m gemeint ist? Reichen zwei Sprünge aus einer Kategorie, z.B. zwei Fußsprünge (Strecksprung + Hocksprung)?
Heiko Reckert
2020-01-15 15:58:50
@Christian: Nach meinem Verständnis ist das Berühren des Beckenrandes verboten. Ich rate aber immer dazu, dieser Fragen direkt an den BFS zu stellen.
https://bfs-schwimmausbildung.de/startseite

@Sybille Bielig: Ich rate dazu, Beschwerden über die neue PO direkt an den BFS zu richten. Ob es aber in absehbarer Zeit eine Änderung geben wird, kann ich nicht sagen. Da aber schon die neue PO Jahre an Vorbereitung gekostet hat, gehe ich nicht davn aus, dass sich hier schnell wieder etwas ändern wird.
@
Sybille Bielig
2020-01-15 11:42:44
Guten Tag,

ich hatte von den neuen Bedingungen eigentlich eine bessere, alterspezifische Differenzierung erwartet, aber leider wurden nur einige Korrekturen, nicht immer zum Besseren gemacht.
Die Verschärfung beim Seepferdchen kann ich so nicht nachvollziehen. Seit 1982 bilde ich Kinder im Anfängerbereich aus. Da die Seepferdchenausbildung sich immer mehr in das Alter von 5 Jahren verlegt, ist es für mich nicht logisch, bei diesen Kindern ein deutliches Ausatmen ins Wasser über eine Strecke von 25m zu verlangen. Diese Technik üben wir in unserem Schwimmverein dann bei den Kindern ab 6 Jahre. Das ist aus meiner Sicht erst möglich, wenn die Kinder eine gute Schwimmsicherheit haben und auch in der Lage sind mehr als 25m sicher und stressfrei schwimmen zu können.
Aus meiner Sicht sollte es hier Differenzierungen geben. Z.B. ein echtes Frühschwimmerzeugnis zu den bisherigen Bedingungen für Kinder bis 7 Jahre. Für ältere Schwimmanfänger ab 8 Jahre sollte ein Seepferdchen erst ab einer Schwimmstrecke von 50m ausgegeben werden. So halten wir es schon seit Jahren bei der Ausbildung im Schulschwimmen (wo ich involviert bin). Hier kann man dann auch ein deutliches Ausatmen ins Wasser erwarten, da diese Kinder dies vom Kopf her auch schon erfassen können.
In der neuen Prüfungsordnung steht "Grobform" des Brustschwimmens - aus meiner Sicht und ich kenne viele Trainer, die das ähnlich sehen, sollte viel mehr auf eine annähernd saubere Ausführung der Bein- ind Armbewegung geachtet werden. Oft sehe ich Kinder, die das Seepferdchen haben und sich nur durch "Paddeln" über Wasser halten. Keinerlei Beinführung und die Arme baggern sich durchs Wasser.
Ein weiterer Punkt ist für mich das Bronzeabzeichen. Auch hier sollten altersdifferenzierte Bedingungen festgelegt werden. In unserem Schwimmverein erlangen die kleinen Sportler das Bronzeabzeichen zu den derzeitigen und auch neuen Bedingungen im Alter von 6-7 Jahren. Das Schwimmen in der vorgegebenen Zeit ist für die jungen Kinder, die im Training stehen überhaupt kein Problem. Die einzige Hürde für das Bronzeabzeichen ist bei den Kindern das Tieftauchen. Deshalb sollten für ältere Kinder (ab 8/9 Jahre im Schulschwimmen) die zeitlichen Bedingungen verschärft werden (max.12 min).
Vielleicht wird ja doch noch mal nachgebessert.
Viele Grüße
Sybille Bielig (SV Berolina e.V.)
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